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KRISTALLGRAS

Was ist ein Herbarium?

Von Bastian Portes ·

Ein Herbarium ist eine Sammlung getrockneter, gepresster Pflanzen, jede auf einem eigenen Bogen und mit einem Etikett, das sagt, was sie ist, wo sie wuchs und wer sie gefunden hat. Das Wort meint auch das Gebäude, in dem solche Sammlungen liegen.

Ein trockener Garten

Früher hieß das Herbarium hortus siccus, trockener Garten. Als Erfinder gilt der italienische Arzt und Botaniker Luca Ghini, der im 16. Jahrhundert in Bologna und Pisa lehrte. Er presste Pflanzen zwischen Papier, klebte sie auf und konnte sie so das ganze Jahr zeigen, auch im Winter.

Die Methode hat sich seitdem kaum verändert: pressen, trocknen, aufkleben oder festnähen, beschriften.

Was auf einem Herbarbeleg steht

Ein einzelner Bogen heißt Beleg. Damit er für die Wissenschaft taugt, gehört mehr dazu als die Pflanze:

Die Pflanze
möglichst vollständig, mit Wurzel, Blatt, Blüte und Frucht
Der wissenschaftliche Name
Gattung und Art, oft mit dem Kürzel der Person, die den Namen vergeben hat
Fundort und Datum
wo und wann die Pflanze gesammelt wurde
leg.
kurz für legit, hat gesammelt: wer die Pflanze gefunden hat
det.
kurz für determinavit, hat bestimmt: wer sie einer Art zugeordnet hat
Stempel und Nummer
damit der Beleg in der Sammlung wiedergefunden wird

Millionen Pflanzen im Schrank

Die großen Herbarien der Welt haben Millionen Belege: das Naturkundemuseum in Paris und die Royal Botanic Gardens in Kew jeweils rund sieben bis acht Millionen, der Botanische Garten Berlin einige Millionen.

Besonders wertvoll sind die Typusbelege. An einem einzigen Bogen hängt der Name einer Art: Wer wissen will, was genau mit einem Namen gemeint ist, schaut sich diesen Beleg an. Heute nutzt man die Sammlungen auch, um zu verfolgen, wie sich Blütezeiten mit dem Klima verschieben, und für DNA-Analysen.

Ein eigenes Herbarium anlegen

Du brauchst Zeitungspapier, ein paar schwere Bücher und Geduld. Die Pflanze zwischen zwei Lagen Papier legen, beschweren und das Papier in den ersten Tagen täglich wechseln. Nach ein bis zwei Wochen ist sie trocken und kann auf festes Papier.

Wichtig: Geschützte Pflanzen nicht pflücken, und in Naturschutzgebieten gar nichts. Zum Üben eignen sich Wiesenblumen vom Wegrand und alles aus dem eigenen Garten.

Und bei Kristallgras?

Unsere Tafeln sehen aus wie ein Herbarbeleg mit Illustration: die Pflanze mit Wurzel, Klebestreifen, drei Detailfiguren, Etikett mit Fundort, Datum und „leg. et det.: Kristallgras“, dazu der Stempel mit der Tafelnummer. Der Unterschied: Die Pflanze ist gezeichnet, und sie wächst aus Name, Geburtstag und Ort.

Welche Pflanze wächst aus deinem Namen?

Name, Geburtstag und Ort eintragen, die Tafel mit lateinischem Namen entsteht sofort. Kostenlos, bestellen kannst du danach.

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